Die ersten Forschungsergebnisse liegen vor

Informationen zum Helium-Stratosphärenexperiment der GE Marienheide

Am 23.06.2020 hat die Gesamtschule Marienheide erfolgreich ihr erstes Weltraum-Experiment durchgeführt. Seitdem sind die beteiligten NW-Kollegen Daniel Bocola, Stefan Kayser und Volker Sprenger mit der Sichtung des äußerst umfangreichen Datenmaterials beschäftigt. Sie wollen mit drei ausgewählten ausführlich kommentierten Bildern einen ersten genaueren Einblick in das tolle Unternehmen geben.

Bild 1 zeigt die Situation kurz nach dem Start, bei der die Experimentierbox recht schwungvoll Höhe gewinnt und sich schnell dreht. Links unten vom Ausleger in Leuchtfarbe ist der östliche Teil des Marienheider Gemeindegebietes mit der Hauptstraße zu erkennen – die untere Bildgrenze wird etwa durch den Verlauf der Bahnlinie RB25 markiert. Hinter dem Calliopé-mini-Kleincomputer ist links ein kleines Stück Brucher und dahinter oben der Unnenberg mit seinen 506m zu erkennen. Leider ist die digitale Temperatur-Anzeige des Calliopé links auf dem Ausleger schlecht abzulesen. Der Karottensaft, der Schokokuss, das Wasser und die Kochsalzlösung, wie auch die Schulastronautin – unsere Space-Marie – mit der MINT-Fahne der Gesamtschule sind (noch) unversehrt.

Bild 2 stammt aus etwa 4km Höhe mit Blickrichtung SO immer noch über Gemeindegebiet mit im Vordergrund unten (von links): Gervershagener Forst, Brucher mit Zeltplatz sowie östlicher Randbereich des Gewerbegebietes Rodt. Im Hintergrund ist gut die Schönwetter-Cumulus-Bewölkung zu erkennen und das nach oben dunkler werdende Blau der oberen Troposphäre. Interessant ist, dass bereits hier ein Längsriss durch den Schokokuss verläuft, der wahrscheinlich durch die rasche Luftdruckabnahme beim Aufstieg verursacht wurde.

Bild 3 ist eine Momentaufnahme aus der Stratosphäre bei etwa 32km Höhe. Der Heliumballon steigt immer noch auf; er wird bei etwas mehr als 38km Höhe platzen und seinen Sinkflug beginnen, der die ersten Kilometer eher als „Sturzflug“ bezeichnet werden muss. Erst mit Zunahme der Dichte in Richtung Troposphäre vermag der Bremsfallschirm die Experimentierbox dann abzubremsen. Der hintere Teil des Schokokusses hat weiter gelitten und ist aufgeplatzt, der vordere sieht trotz tiefer Temperaturen von rund minus 60°C noch erstaunlich gut aus. In beiden Reagenzgläsern rechts hat der durchbohrte Stopfen den Druckausgleich des gefrorenen Wassers bzw. der Kochsalzlösung nicht bewerkstelligt: Beide Böden sind weggesprengt, rechts sogar die obere Glashälfte. Der Karottensaft übersteht den Weltraumflug bis zuletzt unbeschadet – es darf noch mitgerätselt werden, warum das so war. Auch das Carotin – der Farbstoff des Saftes – hat den harten UV-Beschuss während des Fluges ohne „Entfärbung“ überstanden. Sehr schön zu sehen ist abschließend noch die Erdkrümmung und der Übergang des troposphärischen Blau in das Schwarz der Stratosphäre – einfach phantastisch!

Weitere Fotos, Auswertungen und Kommentare werden sicher noch folgen; ein Video, das auf der Schulhomepage veröffentlicht werden soll, ist in Arbeit. Die weitere Auswertung des Experimentes soll im neuen Schuljahr dann natürlich auch zusammen mit den Schüler/innen der MINT-Klassen stattfinden.