Gesamtschule Marienheide schickt Forschungsballon ins All

Heliumballon wurde in 36.000m Höhe geschickt

Nach langer Vorbereitung wurde am 23. Juni 2020 endlich ein Forschungsballon der Gesamtschule Marienheide ins All geschickt. Schon im Dezember sollte der Ballon eigentlich starten. Das Projekt musste jedoch durch schlechte Wetterverhältnisse im Dezember und Januar und dann wegen der Corona-Pandemie immer wieder verschoben werden. Gegen 11 Uhr am 23. Juni war es dann bei bestem Wetter endlich so weit: das seit langem geplante Helium-Forschungsballon-Experiment konnte u.a. im Beisein von Marienheides Bürgermeister Stefan Meisenberg, eines Vertreters des Hauptsponsors Volksbank in Südwestfalen, Sebastian Vogt, sowie des Schulleiters Wolfgang Krug gestartet werden.

Was war geplant? Bei bestem Wetter sollte ein mit Helium gefüllter Ballon in gut zweidreiviertel Stunden bis in etwa 36 km Höhe gebracht werden. Wegen der Corona-Pandemie konnten deutlich weniger Zuschauer als ursprünglich geplant das Schauspiel beobachten. Dennoch waren u.a. zahlreiche Schüler der MINT-Klassen, einige Eltern sowie einige Lehrer anwesend.

Die MINT-Lehrer Stefan Kayser, Daniel Bocola und Volker Sprenger erläuterten vorab dem anwesenden Bürgermeister sowie dem Vertreter des Hauptsponsors das geplante Experiment: Mit an Bord sind eine Forschungsbox mit zwei Kameras, die den Verlauf filmen sollen. An Bord des Ballons werden via Daten-Logger Messergebnisse zu Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte gespeichert. Darüber hinaus wird es Außenexperimente im Blickfeld einer der beiden Kameras geben, u.a. zum Thema Temperatur und UV-Strahlung. Dazu befinden sich im Außenbereich der Box drei Reagenzgläser, gefüllt mit Karottensaft, mit einer konzentrierten Salzlösung und normalem Wasser. Untersucht werden hinterher u.a. der UV-Einfluss auf das Carotin sowie der Einfluss der geschätzten Temperaturen von ca. -70°C auf die Flüssigkeiten. Bei einem angeklebten Schokokuss soll hinterher getestet werden, ob er dem Druck nachgegeben hat oder ob er gefroren ist. In voraussichtlich 36.000m Höhe wird der Ballon dann platzen und die Forschungsbox wird am Fallschirm ihren Sinkflug antreten.

Während die Landung im Dezember bei Westwind etwa 150-300km östlich von Gummersbach sein sollte, zeigte eine App am 23.6. früh als möglichen Landepunkt den Köln-Bonner Flughafen an… Ein GPS-Tracker sollte beim Wiederfinden helfen. Diese, gegebenenfalls anspruchsvolle "Bergung", sollte ursprünglich von vier Schülerinnen und Schülern begleitet werden. Wegen Corona suchten jedoch nur die drei MINT-Lehrer nach dem Ballon mit der Box und fanden die Box gut drei Stunden später nahezu unversehrt in der Wahner Heide – 1 km von der Startbahn des Flughafens entfernt. Die gesammelten Daten und Videos sollen nun sukzessive ausgewertet und allen verfügbar gemacht werden. Die MINT-Lehrer Bocola, Kayser und Sprenger freuen sich schon auf die Ergebnisse.